1000miles Tag 11 – Riesengebirge

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96 km 2450 hm

bisher gefahren: 1182km

Am morgen um halb 6 weckt mich ein Pilzsammler, der sein Mopped direkt an meinem Baum abstellt. Früher Vogel und so. Also hopp. Sonne scheint.

Dorf, einkauf. Viele von uns, auch die Gruppe wieder. Ein Radladen hat meine Beläge nicht, zu exotisch.

Sonne, es geht richtung Adrspach. Hier im Wald sollen schöne Sandsteinformationen sein, aber wir kommen da nicht vorbei. Dann wieder bergauf, Grenztrail durch Heidelbeeren, nach Polen. Ein super steiles Stück bergab folgt, ohne Downhillbike und Todesmut unfahrbar. Ich stolpere runter.

Es geht ein Stück in Polen lang, dann wieder ein langer Anstieg. Zwei von der Vierergruppe sind vorgeprescht, mit denen hab ich ein längeres gegenseitiges immer wieder überholen.

Vor dem Riesengebirge muss ich aber anhalten und essen. Ein Abstecher ins Dorf stellt sich als Humbug heraus, die Lokale sind zu. Bei einem Metzger kaufe ich Knacker, damit die Aktion nicht ganz für die Katz war.

Ich esse meinen Rucksack leicht. Jetzt kommt der Anstieg. Hier treffe ich immer wieder die beiden hinteren der Gruppe, Gaby und Milosch.

Der Aufstieg auf 1150 geht durch Polen und ist insofern hart, weil man 2 mal mehrere hundert Höhenmeter vernichtet. Ich bin im Tageszeitlichen Gleichtakt mit vor 2 Jahren, bis auf den einen Tag Vorsprung halt. Also weiß ich, was ich heut noch schaffen kann. Andscheinend waren wir hier aber 2015 besser drauf, viele Rampen hatte ich weniger anstrengend gespeichert.

Es fängt wieder schiffen an, wieder so richtig. Oben an der Grenze ist ein Strassenpass, dahinter Restaurants. Ich lese „Brauerei“, ein Schickimickigebäude lacht mich an. Drin die beiden aus der Vorhut, sie wurden also nicht nass. Ich trinke IPA vom Fass, sowas gutes gab es lange nicht mehr. Palatschinken. Die beiden anderen kommen. Gaby spricht deutsch mit mir, die 3 Männer können nur etwas englisch.

Draussen regnet es und vom Bier todesmutig stelle ich mich der nassen Abfahrt. Es ist 19 uhr, um acht sollte ich in diesem einen Skiort sein und dann kann ich ja noch die 600 Höhenmeter auf 4 km durch die Nacht schieben.

Doch dann verlässt mich der Mut, bzw die Idee ein Zimmer mit heisser Dusche zu nehmen, ist zu verlockend. Wir reden hier von 1350 Meter, wo meines Wissens eine Berghütte ist. Von der ich jetzt nicht weiß, ob sie offen ist… so rationalisiere ich mir das zurecht und gehe zum Hotel, wo ich damals mit Nik war. 27€ sind gern gezahlt für eine lange heisse Dusche. Ich schlaf mit den Handtuch um sofort ein und löse eine Alarmkette aus. Als ich um 1 aufwache und das Handy aus dem Flightmode nehme, lauter SMS und verpasste Anrufe. Ich habe meine obligatorische Status SMS an 1000miles nicht geschickt, außerdem ist der FollowMe Tracker nicht zu sehen. (Klar, Rad steht im Keller) Ich mache Schadensbegrenzung. Oh man. Und noch so viel zu tun, Sachen aufhängen, 2 Tage Blogosts schreiben. Jetzt ist es gleich 3 Uhr, noch 2 Stunden Schlaf.

3 Antworten auf „1000miles Tag 11 – Riesengebirge“

  1. Du hast aber auch Pech mit dem Wetter. Wenn das so weitergeht, kriegst Du noch Flossen. Es ist aber toll, wie Du Dich dennoch durchbeisst. Ich habe am Tracker gesehen, dass Du in Spindlermühle bist. Ich hoffe, Du bekommst dort die Beläge. Mach weiter so! Du schaffst das alles. Da bin ich sicher.

    1. leider keine bekommen. Ich war in 3 Läden aber meine Bremse ist zu exotisch. Wieder was gelernt.
      Meine letzte Möglichkeit ist Decin, aber ich setze eher drauf, daß die jetzt bis zum Ziel halten müssen.

  2. Schon surreal, ich hock hier schön im trocknen bei der Arbeit und trink den 10. Kaffee, Du bist mit durchgeweichten Füßen und rotem Hintern in der Walachei unterwegs. Wenn’s ginge, würde ich kurz mal für Dich einspringen. Also locker bleiben! Und lass doch die Bremsen einfach weg, vielleicht wirst Du dann ja schneller? Horrido und FDH!

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