Tag 25 – Steilküste, Müll, Meer

Meine Übernachtung war nah am weiterführenden Weg, aber nichts desto trotz geh ich noch mal zum Surferhotspot Las Dunas zum Frühstück. Auch hier und jetzt: quasi keine Menschen. Das ist also Off-Season und das bleibt so. Gestärkt geht es an die Steilküste. Die Wegfindung ist fürs Grauelchen schwierig. Ich folge diversen mal mehr mal wniger trampeligen Trampelpfaden (manchmal ganz schön nah, schmal und holprig am Abgrund, ziegig-steil und durch viel stacheliges Ebbes von Ginster bis Wacholder durch, mannshoch) und ich denk die ganze Zeit: das ist ja ein krasser Weg. Ich bin verdammt froh, dass vor mir ein spanisches Paar läuft, die mit gefühlter Sicherheit voranschreiten. Ich folge. Irgendwann finden wir gemeinsam raus, dass wir noch einmal durchs dichte Dickicht müssen und da ist dann der fix eingezeichnete, idyllisch, breite Pfad durch Pinien oder was der Geier was. Vorbei das Abenteuer, ein bisschen langweiliger, immer noch schön und endlich wieder die geplanten 4 km/h… Und so ist man dann schnell am Ziel- Torre, oben auf der Steilküste und auf einmal fühlt sich alles touristisch, leicht begehbar und somit fast schon ein bisschen beliebig an. Ich folge dem kollektiven (vielleicht 15 Menschen, aber das ist für mich gerade echt ne Horde) Taptap und lande in Barbate. Hier wollte ich ursprünglich nächtigen. Aber nein. Barbate fehlt es völlig am bisher erlebten Surfer-Charme. Ausserdem wird’s grad grau und die Häuser haben mehr als 3 Stockwerke. Ein Nogo. Also beschließe ich weiter zu laufen nach Zahara. Auf dem Weg raus aus Barbate, sehe ich doch noch ein bisschen Altstadt, die nett ist (aber zu spät), dann geht’s über den Fluss mit den Schiffsbauern, durchs Marschland, an der Straße lang ubd mit ganz schön viel Müll. Ob’s jemals wieder schön wird? Ja, wird’s. Ich bin froh, als ich entdecke, dass ich die Straße verlassen und dem Strand folgen kann. Der ist erst noch struppig, dann wird er toll, quasi so wie gewohnt. Breit, sauber, einsam. Ich laufe, laufe, laufe, mal einfach, mal mit viel zu weichem Sand, dann kommt das schöne Zaharra de los Atunes. Einer der Hotspots für Thunfischfang (schon bei den Römern, sagt man). Heute ist es auch ein sehr netter Tourismushotspot, es gibt unendlich viele Bars, Restaurants, Kneipen, tolle kleine Läen. Aber die Saison bleibt schlecht gewählt: die Hälfte von allem hat zu, die andere Hälfte ist max. zu 10% gefüllt. Und das am Freitag! Ok, halt kein Halligalli, noch gut essen und dann regnet’s eh. ich komm hier noch mal her, wenn temporada ist.

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