BTG Tag 09 – Race to the Ferry!


download gpx

260 km 1000 hm

Um halb vier Morgens fahr ich weiter. Jetzt fahr ich das Ding heim. Alle anderen schlafen noch, sagt mir die Tracking Site. Ich bin die Lärche und ich bin die Eule, so muss das.
Es geht über eine wunderschöne Heide mit einer wirklich quälenden Sandpiste. Echt nochmal zum Abgewöhnen. Sonne geht auf. Ich erreiche Himmelpfort. Zu früh für einen Bäcker..
Ein sehr nette älterer Herr, der grade Blumen gießt möchte mich mit Wurstbrötchen versorgen.. Aber ich hab ja schon auch den Rucksack voll mit sowas, hätte halt gerne meine 5 süssen teilchen mit 3 Kaffee.. Er gibt mir Wasser und erzählt von seiner Sportkarriere in der DDR-Liga. Wirklich eine sehr nette Begegnung. Beschwingt fahre ich ein Kaff weiter nach Fürstenberg, hier ist auch mein Bäcker.
Es gibt hier auch die frechsten Tauben Deutschlands.“Ick füttere imma die Piepmatzen (sie meint die Spatzen) mit die Körner aba dat mach ich etze nich mehr“ Besser ist das. Spatzen und Tauben teilen die selben Interessen.

Im Netto decke ich mich mit Riegeln ein, ich muss heut ohne Pause durchfahren. Meine Rechnung sagt, wenn ich nen 18er Schnitt fahre, komme ich vor 21:00 Uhr an der Fähre auf Rügen an, bevor diese schließt. Wenn ich das nicht schaffe, muß ich die letzten 25 Kilometer zum Ziel morgen früh um 6 fahren, im dümmsten Fall als Sprintrace gegen Detlev und Shane. Ich male mir die ganze Zeit aus, wie die beiden das wohl sehen, ob sie sich das geben wollen würden…
Noch 220 km bis zur Fähre.

Es geht jetzt auch schneller, ich rechne mir durchaus Chancen ein. Teilweise kann ich sogar durchgehend Kette Rechts mit hoher Kadenz fahren, 26 km/h gehen eine ganze Zeit lang, ich fliege über Waldwege und Nebenstrassen.

In Stavenhagen muss ich mir auf die Schnelle 3 Soljanka und 2 Kaffe reinpressen und weiter gehts. Shane und Detlev sind auch nicht grad langsam, aber stabil 3-4 Stunden hinter mir.
Ich habe mit meinen 26er Laufrädern einen strategischen Nachteil, mal sehen ob ich den durch Kraft kompensieren kann.

Dann kommt der Kummerower See. 2 Kilometer, 3/4 Stunde. Warum? Hier geht ein total Kräftezehrender Trail steil auf und ab, das Ding zieht mal so richtig den Schnitt runter. Dann kommt schonmal die erste Fähre, der Fährmann sagt: „erster werden kannste schonma nich, weeste oder?“ „Aber elfter! Auch gut oder?“ Gelächter.

Ab da kommt der Gegenwind. Aber so richtig. 12 kmh auf der Ebene und riesige Landwirtschaftliche Zugmaschinen mit 2-3 Hängern, die einen mit ihrem Windstoss fast umbügeln.
Langsam wird mir klar, ich schaffe es nicht zur Fähre vor 9. Ab jetzt müsste ich 22er Schnitt fahren und das ist schier unmöglich. Also kämpfe ich mich durch bis Stralsund.
Ich fahre rüber auf Rügen, hab mir via Google einen Griechen rausgesucht, bei dem ich fett essen will. Ich hab ja Zeit jetzt, meine Verfolger sind 4 Stunden hinter mir. Wir werden und so oder so morgen auf der Fähre treffen, egal was ich jetzt mach.
In Altefähr beim Griechen hau ich mir 2 gefüllte Steaks rein und nochmal gegrillte Auberginen oben drauf. Dann fahr ich im Dunkeln über die staubige Insel bis zur Fähre. Sehr windig hier.
Völlig schmerzbefreit und total Müde hau ich mich um halb 2 in einen ameisenbevölkerten Unterstand, Klamotten an, Schlafsack drübber. Das war der längste Tag meines Lebens.

2 Antworten auf „BTG Tag 09 – Race to the Ferry!“

  1. Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Tour. Gute Erholung wünsche ich dir. LG aus dem Sonnigen Erzgebirge Herrliche Fotos hast du gemacht 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*