Tag 12 – grau in grau nach Merida

Die Steffi, da hat sie (wie immer) die Finger in die Wunden gelegt…. oh doch, die Füße haben weh. Die ersten Meter lauf ich, wie voraussichtlich standardmäßig mit 99 (Oma Maria als Maßstab), irgendwann wird es einen Hauch eleganter und weniger schmerzhaft, aber da ist noch ordentlich Luft nach oben. Und die zweit Wunde ist das Wetter: heute ist es grau und immer wieder nass, morgen sehr böig, übermorgen wieder nass. Daher macht die Schönwettercaminante Grauel eine Pause für die Wetter- und Fussgötter.

Aber zum Anfang des Tages: schon früh wird gekruschpelt. Mit Ruck- und Schlafsack und Gedöns ist es tatsächlich nicht möglich, leise ein Zimmer zu verlassen. D.h. ich bin mit den ersten wach und dann geh ich halt auch los. Noch ist es hell, noch ist der Weg ähnlich schön, wie gestern. Und es fängt überall an zu blühen. Hallo Frühling. Das wird toll, in den nächsten Tagen. Der Start ist schön, dann wird’s grau und der Weg asphaltig. Ich kehre ein. Sandwich vegetal. Was könnte wohl drauf sein? Ja, Tomate und Eisbergsalat ist dabei. Der gemüsig-vegetarische weitere Belag besteht aus Thunfisch und Pressschninken. Irgendwas versteh ich hier immer noch nicht…. Aber gut, der Hunger ist weg. Dann wird’s endgültig trist, 6km an der Straße entlang bis nach Merida. Bus zum Ausweichen gibt es natürlich nicht. Dafür ein anderes natürlich: Merida ist natürlich W…. Genau, Unesco Weltkulturerbe. Die Römer waren schon hier, vielleicht zwischenzeitlich noch die Westgoten, die Araber und nu schon ein bisschen länger die Spanier. Man sagt, in der Altstadt habe niemand Lust irgendwas zu bauen, da man immer auf irgendwelche Altertümer stößt und dann ein mords Bohei am Start ist. Viel hab ich von Merida noch nicht gesehen, ich bin schnell in mein Airbnb geschlüpft, eine Runde ausgeruht, da spansische Wohnungen gerne aber auch keine Heizungen haben, bin ich in die Kneipe geflüchtet. Sehr guten Fisch gegesssen, u.a. Ceviche de Bacalao… und jetzt daller ich von hier nach da. Morgen schnapp ich mir einen Zug nach Zafra und mach noch’n bisschen Fusspflege durch Wenigbelasten und Wettervorüberziehen lassen…. Mein persönlicher Spanieninformant hat mir schon gesagt, dass die kommnden Kilometer rein optisch eh nicht wirklich lohnen. Na dann: Dolce vita…

3 Antworten auf „Tag 12 – grau in grau nach Merida“

  1. Auch bei schlechtem Wetter sind zumindest die Bilder interessant, aber Laufen macht bestimmt keinen Spaß.
    Aber der Frühling kommt ab jetzt auch nach Spanien, langsam nur, aber sicher.
    Wir bereiten uns gerade auf unsere 2 Wochen „Kreta Wanderung – gemütlich“ vor, morgen ist Start. Endlich Sonne, bischen Wärme und Frühling. Sind hier total entwöhnt, und jetzt noch Haus kalt, da der Gastank leer. Endlich darf ich die Öfen ordentlich heizen und werde dafür auch noch gelobt.
    Wünsche Dir heute einen guten schmerzfreien Schritt und wieder tolle Bilder für das Auge und die Kamera!

  2. Hallo Anne, mit Interesse verfolge ich Deine Tour und bemitleide Dich bezüglich der Blasen. Hier hilft nur mit einer normalen kleinen Nadel aufstechen. Diese mit Alkohol desinfizieren, anschließend nur normales Leukoplast oder Tape darauf, ohne Mull. Das klingt besserwisserisch, aber nur so konnte ich die Vierzehnheiligen Wallfahrten überstehen. Bei Gebirgswanderungen hatte ich nie Blasenprobleme, nur bei harten oder geteerten ebenen Wegen.
    Die Schweinchen hatten es mir angetan, wir werden das Foto ausdrucken, damit wir sie immer bewundern können. Liebe Grüße, Annemarie

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